Erinnerung BNS-Abschiebemonitoring – Bitte Fälle eintragen
2025 wurden aus Berlin insgesamt 1670 Menschen abgeschoben – das ergab eine aktuelle Anfrage Der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus. Damit handelt es sich um die höchste Anzahl aus Berlin abgeschobener Personen seit 2016.
Wir wollen dies zum Anlass nehmen, Euch an das Melden von Fällen über unser BNS Abschiebemonitoring für besonders schutzbedürftige Geflüchtete zu erinnern. Denn: Unter den abgeschobenen Personen sind auch besonders schutzbedürftige Geflüchtete, z.B. Kinder, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, mit Erkrankungen, Menschen, die Gewalt erfahren haben, queere Personen. Wie viele es genau sind, wissen wir leider nicht, denn – auch dies ergab die aktuelle Anfrage – es wird statistisch nicht erfasst.
Als Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen (BNS), haben wir deswegen im September ein Abschiebemonitoring gestartet: Über unseren Online-Datenbogen können Fachkräfte und Unterstützer:innen mit nur wenigen Klicks anonymisiert Fälle von Abschiebungen, Dublin-Rückführungen oder Abschiebeversuchen von besonders schutzbedürftigen Geflüchteten aus Berlin melden: bns.berlin/abschiebemonitoring
Insbesondere erfassen wir, ob es zu möglichen Rechtsverletzungen gekommen ist, z.B. durch Nachtabschiebungen; Familientrennungen, Abschiebungen trotz schwerer Krankheit und z.B. ohne notwendige Medikamente, Abschiebungen aus Schulen/Jugendeinrichtungen, stationären Einrichtungen oder Schutzeinrichtungen (z.B. Frauenhäusern); oder durch Abschiebungen aus Geflüchtetenunterkünften ohne Durchsuchungsbeschluss. Eine solche Rechtsverletzung ist aber keine Voraussetzung, um Fälle zu melden.
Die Daten nutzen wir für unsere politische Arbeit. Warum ein solches Monitoring auch aus Sozialarbeits-Perspektive wichtig ist, haben wir erst vor Kurzem in der Zeitschrift ForumSozial des DBSH erklärt. Den Artikel findet ihr hier.
!!! Bitte beachtet: Es erfolgt im Rahmen des Monitoring keine Beratung oder Unterstützung zu Einzelfällen. Bitte wendet Euch dafür an spezialisierte Beratungsstellen!!!


