AWO Berlin fordert Rücknahme der Kürzungen bei Integrationskursen
19.02.2026
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat angekündigt, künftig keine Zusagen mehr für Integrationskurse an geflüchtete Menschen zu erteilen, für die keine gesetzliche Teilnahmepflicht besteht. Davon betroffen sind unter anderem Menschen im laufenden Asylverfahren sowie Geflüchtete aus der Ukraine.
Da Asylverfahren häufig sehr umfangreich sind, bedeutet diese Entscheidung für viele Menschen eine monate- bzw. teilweise jahrelange Wartezeit auf einen Integrationskurs. Das erschwert das Ankommen in Deutschland erheblich. Insbesondere gilt dies beim Spracherwerb und damit auch bei gesellschaftlicher Teilhabe sowie dem Zugang zu Ausbildung bzw. zum Arbeitsmarkt.
Die Berliner AWO, speziell der AWO Kreisverband Berlin-Mitte, betreut in ihren Unterkünften rund 3.200 geflüchtete Menschen und begleitet zudem ca. 3.800 Menschen in Hotels und Hostels.
Manfred Nowak, Kreisvorsitzender des AWO Kreisverbandes Berlin–Mitte, und Oliver Bürgel, Landesgeschäftsführer der Berliner AWO sind sich einig:
„Wir sehen die Auswirkungen dieser Entscheidung direkt vor Ort. Ein großer Teil, der in Einrichtungen der AWO oder anderer Träger untergebrachten Personen wäre vom Wegfall der Integrationskurse betroffen. Die Folgen sind absehbar: Viele Menschen, die aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und insbesondere auch arbeiten möchten, werden lange auf Sozialleistungen angewiesen sein oder in Arbeitsverhältnissen im Niedriglohnsektor verharren, in denen Sprache oder Ausbildung weniger relevant sind. Wir kritisieren den Wegfall von Integrationskursen ausdrücklich und fordern, den Zugang zu Integrationskursen wieder allen geflüchteten Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus zu ermöglichen. Integration beginnt mit Sprache und darf nicht aufgeschoben werden.“
https://www.awoberlin.de/news/awo-berlin-fordert-rucknahme-der-kurzungen-bei-integrationskursen/


